|
Info über Ampere und Amperestunden
Ampere (A) und Amperestunden (Ah)
Man kann in vielen Beiträgen immer wieder feststellen, dass diese beiden Begriffe verwechselt werden oder deren Bedeutung nur unzureichend bekannt ist.
Ich beschreibe hier mal in leicht verständlicher Weise was sie bedeuten:
Ampere (A)
Das ist die Stromstärke, die ein Verbraucher (Birne, E-Starter u.s.w.) von der Quelle (Akku) benötigt um seine Leistung (Watt) zu erbringen.
Aus den Einheiten Watt (W) und Volt (V) können wir errechnen wieviel Ampere zwischen Quelle und Verbraucher fließen bzw. wie viel Ampere vom Akku gefordert werden.
Beispiele:
Verbraucher 15 W, Akku 12 V
15 : 12 = 1,25 A
Verbraucher 35 W, Akku 12 V
35 : 12 = 2,9 A
Amperestunden (Ah)
Das ist die Kapazität oder auch das Energie-Speichervermögen und wird vom Hersteller auf dem Akku angegeben.
Die Höhe der Kapazität sagt uns wie lange ein Verbraucher mit einer bestimmten Leistung (W) vom Akku versorgt werden kann.
Wenn man von der üblichen Kapazität der Roller Akkus ausgeht (4 Ah) und die o.g. Beispiele anwendet, merkt man, dass da enge Grenzen gesetzt sind.
4 Ah : 1,25 A = 3,2 Stunden Betriebszeit
4 Ah : 2,9 A = 1,3 - " -
Jedoch können die tatsächlichen maximalen Werte durch verschiedene Faktoren (Alter, Zustand des Akkus, Umgebungstemperatur, Entladestrom) von den errechneten Werten abweichen.
Das ist auch alles nicht so wichtig für den ganz normalen Betrieb. Der Akku wird bei der Fahrt soweit nachgeladen, dass er seine Aufgaben erfüllen kann.
Werden aber zusätzliche Verbraucher wie z.B. Sitzheizung, Heizgriffe, Helmfachanlage u.s.w. eingebaut, kann man leicht ermitteln ob ein stärkerer Akku (8 Ah z.B.) oder sogar ein Zusatzakku angeschafft werden muss.
Und abschließend möchte ich hier mit einem immer wiederkehrenden Irrtum aufräumen.
Es wurde schon so oft geschrieben, dass ein Akku mit sehr hoher Kapazität, z.B. ein Autoakku mit 70 Ah, den man für Startversuche oder Überprüfung der Elektrik verwendet, die Elektronik/Elektrik des Roller zerstört.
Das ist Unsinn. Entscheidend ist nur, dass dieser Akku ebenfalls eine Spannung von 12 V hat.
Im Prinzip könnte man den auch als Roller-Akku nehmen aber mit über 20 kg und seiner Größe ist das nicht machbar.
Es gibt allerdings einen kritischen Punkt an den man denken sollte.
Mit einem Akku der eine solch hohe Kapazität hat, kann man natürlich Startversuche ohne Ende machen aber das macht der E-Startermotor auf Dauer nicht mit.
Vor allen Dingen dann nicht wenn er ungewöhnlich hohen Widerstand zu überwinden hat wie z,B. bei einem schwergängigen Kolben oder einem Schaden an der Kurbelwelle.
Übertreibt man dann die Startversuche, wird der E-Motor so heiß, dass die Wicklungen durchbrennen können.
Der E-Motor z.B. am Gilera Runner hat eine Nennleistung von 150 W und zieht 12,5 Ampere.
Und bei außergewöhnlicher Belastung kann das noch erheblich mehr werden.
|